Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Personensorgeberechtigte,
kurz vor den Winterferien möchte ich ihnen noch einige wichtige Informationen geben und mit Euch bzw. Ihnen weiter im Austausch bleiben. Deshalb hier wichtige Informationen, Bemerkungen und Gedanken:

1.) Winterferien
Die Winterferien beginnen und enden planmäßig und werden für euch, liebe Schülerinnen und
Schüler, auch „echte“ Ferien sein. Natürlich wird für die meisten das Wegfahren ausfallen, aber vielleicht kann man ja auch zu Hause etwas Winterfeeling genießen, die Chancen stehen ja in diesem
Jahr erstmals nach vielen Jahren nicht schlecht.
Die Halbjahreszeugnisse werden am ersten möglichen Präsenztag nach den Winterferien überreicht.
Für die Eltern besteht aber die Möglichkeit, bis zum kommenden Donnerstag, 4.2. telefonisch mit den Sekretariaten einen Abholtermin für Freitag (letzter Schultag) zu vereinbaren. Aufgrund der Pandemiebestimmungen wird die Anzahl der Termine aber begrenzt sein. Als zusätzlicher Abholtermin wäre dann noch der Dienstag, 9.2. (Haus 1) für alle Klassen möglich. Auch hier müsste die Anmeldung bis zum kommenden Donnerstag erfolgen. Bitte halten Sie dann unbedingt die Abholzeiten ein.
Betrachtet bzw. betrachten Sie die Halbjahreszeugnisse bitte wirklich nur als aktuellen Zwischenstand, denn teilweise fehlen noch Klassenarbeiten oder die Anzahl der Einzelnoten ist sehr gering. Auf Hinweise zur gefährdeten Versetzung haben wir trotzdem nicht verzichtet und werden entsprechende Fördermöglichkeiten eröffnen und mit Euch bzw. Ihnen besprechen.

2.) Besonderheiten auf den Halbjahreszeugnissen der 5. und 6.Klassen
Die Schülerinnen und Schüler der 5.und 6.Klassen werden auf ihren Zeugnissen nicht die in den anderen Klassenstufen üblichen Gesamteinschätzungen finden. Entsprechend unseres Schulkonzeptes wird als Gesamteinschätzung das Ergebnisprotokoll der Lernentwicklungsgespräche als Anhang zum Zeugnis als aussagekräftigere Gesamteinschätzung mitgegeben.
Aufgrund der Pandemiesituation in den letzten Wochen konnten wir diese Lernentwicklungsgespräche bisher nicht durchführen. Sobald diese Gespräche durchgeführt sind, erhalten sie die Ergebnisprotokolle als Anhang nachgereicht. Ich hoffe sehr, dass Sie mit dieser Vorgehensweise einverstanden sind.
Die Klassenleiterinnen und Klassenleiter werden aber unmittelbar nach den Ferien mit diesen Gesprächen beginnen und dabei zunächst auch die Möglichkeiten eines virtuellen Gesprächs (z.B. per Video) mit den Eltern ausloten. Sobald es die Bestimmungen zulassen, werden dann sicher auch zeitnah Gespräche in der Schule stattfinden können.

3.) Besondere Zeugnisausgabe bzw. Belobigungen
Die besondere Zeugnisausgabe des Schulleiters, für unsere leistungsstärksten Schülerinnen und
Schüler ein Höhepunkt, muss leider entfallen. Dafür werde ich mir zum Schuljahresende etwas ganz Besonderes einfallen lassen, versprochen!
Die üblichen Belobigungen werden aber bei der Zeugnisausgabe mit überreicht, damit die Motivation
hoch bleibt und vielleicht deswegen zu Hause noch eine besondere Anerkennung wartet….
Die Festlegungen über die Belobigungen wurden auf den Klassenkonferenzen (in diesem Jahr
Videokonferenzen) getroffen. Über die wichtigsten Beschlüsse dieser Konferenzen wurden bzw.
werden die Schüler- und Elternvertreter von den Klassenleiterinnen und Klassenleitern informiert.

4.) Einführung von „Fuxnoten“ für Schülerinnen und Schüler bzw. Eltern
Um gerade in der jetzigen Situation den Zugang zu wichtigen Informationen über den aktuellen Leistungsstand zu erleichtern, werden wir schon nach den Winterferien schrittweise den Zugang zu Fuxnoten und damit zu allen aktuell vorliegenden Bewertungen in den einzelnen Fächern ermöglichen. Nähere Informationen und Schreiben mit der notwendigen Kenntnisnahme und Zustimmung erfolgen dann begleitend mit der Einführung.

5.) Unterricht nach den Winterferien / Personalsituation
Eine Auskunft darüber ist im Augenblick wie das Schauen in eine trübe Glaskugel. Es gibt bisher keine Informationen oder Andeutungen von Seiten des LSA oder Bildungsministeriums. Wer regelmäßig meine Informationen und Schreiben auf der Homepage oder auf moodle verfolgt wird sicherlich beruhigt sein und wissen, dass ich Euch bzw. Ihnen diese Informationen immer sofort zukommen lasse und dass auch die Wochenenden kein informationsfreier Zeitraum sind, zumal diese Nachrichten meist am Freitagnachmittag eintreffen.
Wir gehen derzeit maximal von einer schrittweisen Einführung des Regelbetriebs aus. Welche Möglichkeiten uns als Schule eröffnet werden und für welche Klassen wir welche Unterrichtsform anbieten können, ist derzeit aber nicht absehbar. Davon hängt auch maßgeblich ab, ob wir mit einem neuen Stundenplan beginnen, da es einige Fachlehrerwechsel geben wird. Erfreulicherweise haben wir weitere Neuzugänge im Kollegium, planmäßige „Rückkehrer“ sowie hoffentlich auch Kolleginnen und Kolleginnen, die uns nach Erkrankungen wieder zur Verfügung stehen werden.

6.) Probleme und Perspektiven beim Distanzunterricht
Der Distanzunterricht kann und wird auch zukünftig keinen guten Präsenzunterricht vollständig ersetzen können. Darüber sind wir uns sicher einig.
Ansonsten empfehle ich unbedingt vorurteilsfrei miteinander zu kommunizieren um den effektivsten Weg „zu finden“.

Die folgenden Informationen und Gedanken sollten dabei als Richtlinien dabei helfen:

1.)Die von verschiedenen Eltern angesprochenen Probleme wie unterschiedliche Vorgehensweisen der Lehrerinnen und Lehrer, zu viele und zu unterschiedliche Informationsquellen, zu viele Arbeitsaufgaben usw. sind durchaus in unserem Blickfeld. Das von manchen Eltern vorgeschlagene „Nichtunterrichten zu den Unterrichtszeiten“ ist aber keine wirkliche Alternative.
Neben der rechtlichen Seite, dass vom Bildungsministerium Distanzunterricht zu den Unterrichtszeiten recht eindeutig erwartet wird, gibt es auch ganz praktische Gründe.
So schlagen viele Eltern Videokonferenzen vor oder fordern diese sogar eindringlich. Diese können aber nur zu den Unterrichtszeiten stattfinden, da unsere Kolleginnen und Kollegen sich „nicht teilen“ können.
Eine zusätzliche Unterstützung der 5. und 6. Klassen bei der Umsetzung des Distanzunterrichtes
und dessen Modifikation ist wichtig und richtig, kann aber nicht auf höhere Klassenstufen
angewendet werden.

2.) Die Möglichkeit und Notwendigkeit von Videokonferenzen wird aktuell von immer noch von nicht wenigen Schülern und Eltern abgelehnt oder während der Konferenzen werden derzeit wichtige Funktionen blockiert oder manchmal sogar absichtlich gestört. Datenschutzrechtliche Bedenken sind sicherlich eine nicht grundsätzlich von der Hand zu weisende Begründung, greifen aber meiner Meinung nach zu kurz. Besonders wenn diese Konferenzen über moodle, also über die Lernplattform des Landes Sachsen-Anhalt stattfinden, sehe ich hier eigentlich wenige Gründe, diese Unterrichtsform der Konferenzen mit hohem Potential grundsätzlich abzulehnen. Es gibt auch kein Verbot für Videokonferenzen über „Teams“, welche noch mehr technische Möglichkeit z.B. das Ausschalten des Hintergrundes bieten. Sonst hätte sich sicher auch unser Schulträger nicht entschieden, uns „Teams“ zukünftig zentral zur Verfügung zu stellen. Natürlich habe ich mich auch über rechtliche Hintergründe im LSA und beim Ministerium erkundigt (insgesamt 5 Telefonate bei 5 verschiedenen Stellen), ohne eine in Stein gemeißelte Aussage zu erhalten. Auf jeden Fall hat die Schule die Möglichkeit zu eigenen Festlegungen und datenschutzrechtliche Bedenken sind gerade in der jetzigen besonderen Situation hinsichtlich ihrer Wichtung und echten Relevanz zu sehen. Mitunter weigern sich gerade Schülerinnen und Schüler, ihre Anwesenheit in einem geschlossenen Klassenraum zu zeigen, welche ansonsten mit ihren Bildern und Daten auf Social Media Plattformen keine Probleme haben. Letztlich müssen Lehrer-, Schüler,- und Elternschaft kompromissbereit sein, wenn wir hier zu einem akzeptablen Ergebnis kommen wollen. Druck und Zwang egal von welcher Seite sind auf jeden Fall keine solche Lösung.

3.) Wenn Lehrerinnen und Lehrer mit den Schülern Unterricht über eine Videoplattform
führen, dann muss gewährleistet sein, dass sie wissen, welche Schülerinnen und Schüler
wirklich am Unterricht teilnehmen (Anwesenheitspflicht). Hier sollten natürlich die technischen Möglichkeiten berücksichtigt werden. Wir werden niemanden zwingen, sich z.B.
eine Kamera für den Personal-PC zu kaufen oder sein Bild zu zeigen oder an der Videokonferenz teilzunehmen. Die Weigerung sich im Unterricht zu äußern, wie es mitunter vorkommt, widerspricht ebenfalls dem Sinn dieser Unterrichtsform und ist praktisch eine Nichtteilnahme (Verweigerung der Mitarbeitspflicht). Deshalb darf zukünftig in solchen Fällen der Fachlehrer selbst entscheiden, inwieweit Videokonferenzen in dieser Klasse/in diesem Kurs möglich sind oder nicht bzw. ob er den Schülerinnen und Schülern, welche grundsätzlich nicht teilnehmen oder die vorgegebenen Bedingungen nicht erfüllen, ein Alternativangebot z.B. in Form von Aufgaben macht.
Gerade wenn die Klassenelternschaft zu Recht die Nutzung moderner digitaler Medien fordert, muss sie hier auch auf ihre Kinder einwirken und die Fachlehrer unterstützen.

4.) Das bewusste Stören von Digitalunterricht z.B. von Video- und Telefonkonferenzen durch
einzelne Schülerinnen und Schüler (Antworten verweigern, Funktionen blockieren,
Mitschülerinnen und Mitschüler aus der Konferenz entfernen, Fremdchats und Bilder
einblenden…) ist nicht nur gegenüber den Mitschülern und dem Fachlehrer unfair, weil dies zum
Unterrichtsabbruch führen kann, sondern ein grober und vorsätzlicher Verstoß gegen die
Schulordnung und wird zukünftig auch so geahndet werden. Auch hier erwarte ich Ihre
Unterstützung. Bitte unterstützen Sie uns hier, indem Sie nochmal mit Ihren Kindern darüber
sprechen.

5.) Es gibt in der Elternschaft und Schülerschaft sehr konträre Meinungen über effektiven und
guten Unterricht, was auch die Vorbereitung des Unterrichts für unsere Kolleginnen und
Kollegen teilweise sehr erschwert. Deshalb haben es oft die Kolleginnen und Kollegen schwer,
die hier sehr kreativ, schülerorientiert und aufwendig arbeiten.

6.) Es gibt auf unseren Distanzunterricht ein durchaus diffuses Feedback, welches sogar in
einzelne Klassen einer Klassenstufe sehr konträr ist.

Gerade in den 5. und 6.Klassen gibt es sehr positive Meinungen der Eltern, weil die Schülerinnen
und Schüler unsere digitalen Direktangebote annehmen und aktiv mitarbeiten. Solche positiven
Rückmeldungen haben wir aber auch in vielen Klassen anderer Klassenstufen und die Tendenz
geht offensichtlich weiter in diese Richtung.

7.) Bei Problemen wendet Euch liebe Schülerinnen und Schüler, oderwenden auch Sie sich, liebe
Eltern, bitte direkt an die Fachlehrerinnen und Fachlehrer bzw. Klassenlehrerinnen und –
lehrer. Einer „indirekten“ oder gar anonymen Vorgehensweise kann ich nichts Positives
abgewinnen. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer brauchen unbedingt Euer/ Ihr Feedback.
Das Argument von manchen Eltern, dass sie dann Nachteile für ihre Kinder befürchten,
entspricht nicht dem Leitbild, dem Geist und der nachgewiesenermaßen sehr guten
Zusammenarbeit zwischen Elternschaft und Kollegium an unserer Schule und ist deshalb nicht
zutreffend. Dafür stehe ich auch persönlich, und ich und würde in solchen Fällen auch eingreifen.
Unser Kollegium ist wirklich gewillt und auch fähig, unsere digitalen Möglichkeiten für alle Seiten
gewinnbringend einzusetzen.

8.) Wir sind für alle Hinweise dankbar, die konstruktiv und lösungsorientiert sind.
Wir haben bisher nur ganz wenige (und trotzdem bedauerliche und ärgerliche) destruktive,
anmaßende und teils provozierende Auslassungen von Eltern.
Wir bekommen viel Wertschätzung und auch Lob (sehr wichtig ist auch direkte Anerkennung an
die Fachlehrer innen und Fachlehrer, weil dadurch der richtige Weg bestätigt wird)für unsere
Arbeit, sowie zahlreiche konstruktive Kritiken, hilfreiche Anregungen und Vorschläge.

9.)Uns ist bewusst, wie stressig und nervenaufreibend die Situation für Sie und Ihre Kinder ist.
Deshalb organisieren wir weitere Unterstützungssysteme wie Lernbegleiter (aus unserer
Ressource Ganztagsschule, von der wir hier sehr profitieren) und die jetzt mögliche
Unterstützung durch kostenlose Ausleihe von digitaler Technik.
Es ist eine Herkulesaufgabe und ähnelt der Quadratur des Kreises, die verschiedenen Vorstellungen von Schülern, Eltern und Kollegen zu einer Gesamtstrategie zu bündeln. Dabei machen wir mittlerweile (auch aufgrund unserer Erfahrungen im Frühjahr) vieles, wenn auch sicher bei weitem noch nicht alles, richtig. Die „Kunst“ besteht darin, für jede Klasse individuell passende Formen zu finden.

Deshalb kann es durchaus sein, dass die Eltern einzelner Klassen die Situation im Augenblick sehr kritisch sehen. Die Lösung liegt aber nach nicht darin, dass die Schulleitung nun administrativ
eine einheitliche Regelung für alle Klassenstufen und Klassen festlegt, sondern dass wir
gemeinsam ein Vorgehen finden, welches zu den speziellen Bedingungen, das Leistungsgefüge und die technisch- organisatorischen Möglichkeiten der jeweiligen Klasse passt. Dies ist zwar aufwendiger, aber ich denke am Ende erfolgreicher!
Diese doch ausführliche Analyse des Ist-Standes des Distanzunterrichtes ersetzt sicher nicht eine ausführliche Diskussion. Deshalb lade ich gerne zu einer Gesprächsrunde (eventuell auch als digitale Konferenz) ein, an der neben Vertretern des Schulelternrates sicherlich auch Frau Bisch als
moodle- Verantwortliche und Mitglieder des Kollegiums teilnehmen sollten.
Wir sind weiterhin der Meinung, dass wir gut aufgestellt sind und trotzdem unser großes Potential
noch besser nutzen können, wenn alle mitmachen.
Wer den digitalen „Tag der offenen Tür“ am vergangenen Samstag live mit verfolgt hat oder sich die Aufzeichnung und die anderen sehr interessanten Informationen und Videos auf der Schulhomepage anschaut, wird mir bezüglich der Möglichkeiten für unsere Schülerinnen und Schüler sicher Recht geben.

Liebe Schülerinnen und Schüler, nutzt die Ferien um Kraft zu tanken und drücken wir gemeinsam die Daumen, dass wir uns bald wiedersehen. Liebe Eltern, freuen Sie sich auf eine Woche entspannte Kinder.
Bleiben wir trotz der Situation fair und wertschätzend miteinander.

Beenden möchte ich die langen (aber wichtigen und ein wenig auch appellierenden) Ausführungen
mit einem neuen Zitat von Barack Obama, welches auch unsere aktuelle Situation sehr gut beschreibt:
„Es gibt eine Welt, wie du sie haben willst, und es gibt eine Welt, wie sie ist. Unsere Aufgabe ist es, sie zu versöhnen.“

Bitte bleiben Sie gesund! (In Klammern in den an unserer Schule unterrichteten Fremdsprachen)

(Берегите себя и оставайтесь здоровыми!

Valete!

Restez en bonne sante!

Please stay healthy!

Mantengase sano!)

Der Schulleiter

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